Gender, Kinship, Sexuality

Der Arbeitskreis knüpft einerseits an die Forschungen des IfS zum Zusammenhang von Familie, Sozialisation und Gesellschaft, insbesondere in den Studien zu Autoritarismus, und andererseits an die oftmals wenig beachtete feministische Forschungstradition am Institut an. Zudem möchte der AK eine weitere Frankfurter Forschungslinie thematisch mit aufnehmen, der in den letzten Dekaden institutionell materielle Voraussetzungen entzogen worden sind, und zwar die kritische-theoretische und empirische Auseinandersetzung mit Sexualität. Der AK setzt die gesellschaftstheoretische Perspektive auf diese Felder in Tradition Kritischer Theorie fort: Gesellschaft und sozialer Wandel wie auch Fragen der Emanzipation können nicht ohne eine Einbeziehung von Geschlechter-, Reproduktions- und Sorgeverhältnissen sowie der Ordnung des Sexuellen gefasst werden, welche wiederum zutiefst von der Verfasstheit kapitalistischer Gesellschaften geprägt sind. Zugleich sollen diese Forschungslinien unter Berücksichtigung verschiedener jüngerer kritisch-theoretischer Ansätze und aktueller Studien zeitgemäß aktualisiert werden. So gilt es, gesellschaftliche auch als sexuelle Verhältnisse zu denken und einen erweiterten Begriff von Kinship zugrunde zu legen, der über das Modell der heteronormativen Familie hinaus jegliche Formen sorgender Gemeinschaften, wie bspw. auch Freundschaften, in den Blick nimmt. Zugleich greifen wir Perspektiven auf, die Care zum Ausgangspunkt demokratietheoretischer Überlegungen machen und somit auch den viel diskutierten Begriff der Teilhabe als Social Citizenship kritisch neu bestimmen. Dafür sollen auch intersektionale und dekoloniale Perspektivierungen im AK vorgenommen und vor dem Hintergrund gesellschaftstheoretischer Debatten innerhalb der Gender, Queer, Black und Childhood Studies diskutiert werden.

Sprecher:innen:

Sabine Flick, Annette Hilscher, Sarah Mühlbacher, Sarah Speck

Kontakt:

Sarah Mühlbacher | muehlbacher@uni-frankfurt.de